Wir leben die Jagd mit den Teckeln

Micha mit Sprotte
Ina mit Snickers
und im Herzen immer dabei,
unsere Aeli

Wir sind die
Eheleute Ina und Micha Pawlak,
leben mit unseren Töchtern in Solingen.
Seit 2016 gehen wir zur Jagd.

Wir jagen mit unseren Teckeln
unter und über der Erde.

Der Teckel ist im JGHV die kleinste Jagdgebrauchshunderasse.
Einsetzbar vor allem für
Bau / Stöbern / Schweiß

Unsere Hündinnen werden auch zum Apport eingesetzt.

 

Der Jagdteckel im Einsatz 

Immer wieder wurde uns gesagt, dass man den Dackel abseits der bekannten Einsatzgebiete nicht ausbilden soll oder muss. Man warf uns vergebene Liebesmüh und unnütze Zeitverschwendung vor. Für uns sind unsere Teckel vielseitige Jagdgebrauchshunde, die zwar einen klaren Zuchtschwerpunkte haben, aber dennoch über den Tellerrand hinaus eingesetzt werden können.
Jeder Ausbildungsschritt schweißt zusammen und man kann die gemeinsame Jagd noch intensiver gemeinsam erleben.
Dieser kleine Bericht ist unsere „Liebeserklärung“ an unsere Dachshunde.
Verfasser: Ina Pawlak

- Gedanken zum Müssen, Sollen, Dürfen –
Eingeordnet in die Fachgruppe 4 der FCI (Erdhunde) ist das Haupteinsatzgebiet des Teckels schwarz auf weiß niedergeschrieben. Ein Blick in unsere Prüfungsordnung gibt ebenfalls Aufschluss über die Einsatzbereiche.
Die Jagd am Bau ist bei den Hundeführern, die ihn dort einsetzen, also ganz klar als Muss anzusehen. In vielen Revieren ist der Einsatz jedoch problematisch und die Bodenbeschaffenheit lässt einen Einsatz nicht zu. Die Jagd auf Fuchs und Dachs wird sowohl durch die Gesetze als auch den Druck der Öffentlichkeit immer schwieriger durchführbar. Der Teckel mag in erster Linie für diese Jagd gezüchtet sein, aber man muss sich demnach einfach auch mit anderen Einsatzgebieten beschäftigen.

Aufgrund seiner kompakten Größe ist unser niederläufiger Hund ein optimaler Ansitzbegleiter, der jeden Sitz mit uns besteigen kann. Seine feine Nase registriert anwechselndes Wild schon lange vor uns. Dank meines Jagdgefährten habe ich den ein oder anderen Jagderfolg mehr feiern können.
Die Arbeit nach dem Schuss ist in meinen Augen für den Dackel ein klares Muss. Wo eine Nachsuche bzw. Totsuche in seinen Möglichkeiten liegt, ist er die optimale Wahl. Fährtensicher und zielgerichtet arbeitet er auf der Fährte. Dennoch möchte ich hier, trotz der guten Voraussetzung nicht nur von Müssen schreiben, sondern auch von Können. Denn Wille allein reicht nicht. Für schwere und unklare Nachsuchen ist das Hinzuziehen oder die Abgabe der Arbeit an ein Nachsuchengespann immer Pflicht. Hat der Hund seine Verbandsprüfung bestanden (VSwP oder VFsP) ist er prädestiniert für eine Vorsuche. Sicher verweist er auch kleinste Pirschzeichen und legt somit die Grundlage für die weitere Suche.

Als Hund, dem man oft einen losen Hals nachsagt, ist die gemeinsame Jagd jedoch nicht vorbei, wenn der Bock im Knall verendet im hohen Gras liegt und keine Nachsuche ansteht. Einen Teckel zum Totverbeller ausbilden zu dürfen, ist ein großartiges Gefühl auf der Jagd. Wenn der Jagdgefährte das Stück findet und sein Laut über die Wiesen und Felder schallt, löst es Gänsehaut bei mir aus. Man muss es in diesem Fall nicht, aber man darf es. Es ist außerdem wieder ein Ausbildungsschritt, den man gemeinsam geht und der zusammenschweißt.
 
Als Pirschbegleiter im Revier gehört der Teckel ebenfalls immer an meine Seite, denn auch hier ist mir seine Nase und das gute Gehör eine enorme Hilfe und man nimmt sein Revier nochmals deutlicher und intensiver wahr. Leinenführigkeit, Standruhe und Geduld soll und muss auch der Dackel lernen!
 
Ich schreibe diesen Artikel im November. Die Zeit des Jahres, in welcher laute Hunde durch die Wälder jagen und für uns Wild auf die Läufe bringen. Was wir dort brauchen? Hunde mit Schärfe und Verstand. Mit gutem Laut und Willen. Mit Härte und Ausdauer. Der Teckel ist in den letzten Jahren eine Konstante auf der lauten Jagd geworden. Zunächst häufig belächelt, ist er mittlerweile (zumindest in unseren Jagdkreisen) nicht mehr wegzudenken. Sein Fährtenlaut bringt das Wild ohne Stress und Hetze auf die Läufe. Die Schützen sind begeistert! Denn das Wild wechselt langsam an und saubere Schüsse sind möglich.
Der Dackel au der Drückjagd? Für mich ein absolutes Muss!
 
Darf man mehr wollen und über den Tellerrand schauen?
Der Teckel ist kein Feld – oder Wasserhund. Er ist kein klassischer Hund für die Arbeit nach dem (Schrot)-Schuss. Der Teckel ist aber intelligent und lernwillig. Warum sollte man ihn nicht auch im Apport ausbilden und im Rahmen der Möglichkeiten neben hochläufigen Hunden, wie Vorsteher oder Retriever, einsetzen dürfen, wo es die Situation zulässt? Der Teckel im Tarnschirm bei der Jagd auf Krähen und Tauben, kann ebenfalls erlegtes Wild aus dem Lockbild bringen. Und mit einem geprüften Hund für die Nachsuche auf Niederwild im Backup, ist dem Gesetz und dem Tierschutz genüge getan. Natürlich kann man seinen Dackel auch dementsprechend brauchbar prüfen lassen. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass dem Teckel körperliche Grenzen gesetzt sind. Falscher Stolz ist hier fehl am Platz, wie überall auf der Jagd! Ich habe meine Hündinnen mit Freude auf entsprechenden Prüfungen / Brauchbarkeiten vorgestellt und mit den kleinen Kraftpaketen für den ein oder anderen erst überraschten, dann anerkennenden Blick, gesorgt. Die Jagd aus dem Schirm bereitet uns viel Freude und schweißt zusammen. Ob und wie man den Teckel am Wasser einsetzt? Darüber kann man diskutieren. Pauschal kann man wohl sagen, dass der Teckel nicht an die lebende Ente gehört und sein Einsatz auf das Anlanden von sichtigen Enten beschränkt sein sollte. Ob man im Einzelfall Teckel zu entsprechenden Prüfungen zulässt, muss wirklich gut beraten und überlegt sein. Meine erste Hündin hat sich dieses Privileg hart erarbeitet und so konnte ich mit ihr die volle Brauchbarkeit ablegen und die VPS bestehen. Meine Nachwuchshündin wurde dahingehend nicht ausgebildet. Sie habe ich in Hessen ohne die Arbeit am Wasser brauchbar prüfen lassen. Ganz besonders die Arbeit am Wasser bietet keinen Platz für Experimente. Trotz bestandener Prüfung haben und werden wir den harten Einsatz am Wasser den Vollgebrauchshunden überlassen. Der Tierschutz steht immer über den eigenen Wünschen!

Der Dackel ist ein zuverlässiger Hund im Apport, denn auch hier nutzt er seine feine Nase. Seine Geländehärte und Finderwille lassen ihn Schleppen ausarbeiten und im hohen Bewuchs sicher ans Ziel kommen. Man muss die körperlichen Grenzen des Teckels akzeptieren. Aber warum soll er im Rahmen des Möglichen nicht arbeiten dürfen? Persönlich finde ich es sehr schade, dass man den Dackel dahingehend etwas stiefmütterlich behandelt und diesen Teil der Ausbildung häufig schleifen lässt. Dass er es können kann, zeigt ja auch unsere PO. Auch wenn die Schleppenarbeit dort nur ein Zusatzfach zur EP ist, welches selten genannt wird. Will man ihn einsetzen, muss er sauber durchgearbeitet sein. Der Apport ist auch beim Dackel keine Handlungsempfehlung.

Unabhängig vom jagdlichen Einsatz ist die Dummyarbeit und die Ausbildung im Apport eine weitere gute Möglichkeit mit seinem Gebrauchshund zusammenzuwachsen. Eine optimale Beschäftigung und Auslastung in der jagdfreien Zeit und im oft getakteten Alltag ist dieses Training sowieso.
 
Seit 2018 jage ich mit Teckeln. Schon damals war mir klar, dass ich den Teckel vielfältig ausbilden werde und über den Tellerrand schauen möchte. Die klassische Ausbildung stand und steht dabei immer Vordergrund. Wenn man sich für eine spezielle Rasse entscheidet, muss man sie dementsprechend einsetzen. Die Schwerpunkte unserer Ausbildungsskala, die sich auch in den Prüfungen widerspiegelt, ist somit für mich ein ganz klar definierter Weg. Baujagd, Fährtenarbeit, Stöbern.

Dennoch möchte ich jeden Teckelführer ermutigen, über das Dürfen und Können nachzudenken. Unsere Jagdgebrauchshunde können so viel mehr und sind somit eine Bereicherung für die Jagd in vielen weiteren Bereichen. Ich möchte ihn, egal bei welcher Jagd, nicht mehr missen und bin stolz diesen kleinen, kompakten Gebrauchshund vielfältig führen zu dürfen!
05.11.2025